• Zahlreiche Trainingspläne, Rezepte, Videoanalysen und über 500 verschiedene Trainings- sowie Ernährungstagebücher erwarten Dich im Muscle Corps Forum.

    ✓ Fundiertes & praxisbezogenes Wissen
    ✓ Experten mit langjähriger Erfahrung
    ✓ 100% Natural Bodybuilding

    Ausgebildete Trainer, Physiotherapeuten, Mediziner und Wettkampfathleten beraten Dich gerne.
    Sei auch Du dabei!

die sache wulff

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

Geißler ist viel zu alt und mir persönlich auch zu weit in der überholten Sozialpolitik der 70er und 80er gefangen.

Bei Stuttgart 21 hat er kläglich versagt und in den letzten Jahren ist er ziemlich nach links abgedriftet, zweifellos lässt da halt einiges nach.

Ich hätte mir persönlich jemanden gewünscht der die deutschen Tugenden wiederbelebt mit denen man uns im Ausland immer noch assoziiert, die aber z.Zt. eher in den asiatischen Schwellenländern zu finden sind.
Jemand der auch mal wieder die Eigenverantwortung stärkt und den Staat nicht nur als lebensumfassende Alma Mater betrachtet.
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff

Geißler ist viel zu alt und mir persönlich auch zu weit in der überholten Sozialpolitik der 70er und 80er gefangen.

Bei Stuttgart 21 hat er kläglich versagt und in den letzten Jahren ist er ziemlich nach links abgedriftet, zweifellos lässt da halt einiges nach.

vom alter her tun sich die beiden ja nicht wirklich viel, eloquenter, schlagfertiger und geistig beweglicher erscheint mir geißler jedoch sehr deutlich zu sein.

stuttgart 21 hat nicht gut gefunzt, aber letztlich kam doch etwas gutes dabei raus - der bürgerentscheid war meiner ansicht nach ein guter schritt zu mehr basisdemokratie.

die entwicklung in geißler politischen denken würde ich eher als altersweisheit bezeichnen, als denn als nachlassen.

Ich hätte mir persönlich jemanden gewünscht der die deutschen Tugenden wiederbelebt mit denen man uns im Ausland immer noch assoziiert, die aber z.Zt. eher in den asiatischen Schwellenländern zu finden sind.
Jemand der auch mal wieder die Eigenverantwortung stärkt und den Staat nicht nur als lebensumfassende Alma Mater betrachtet.

dann müßte dir gauck doch hervorragend taugen, denn der vertritt genau die positionen die du als wünschenswert anführst.

asiatische schwellenländer mit so gut wie keinerlei sozialen sicherungssystemen und arbeitnehmerrechten, aber auch mit so gut wie keinen bürgerlichen freiheiten, sondern ganz im gegenteil mit despotischer bestimmung von oben, sind für mich nicht im geringsten tugendhaft. dort sehe ich vorallem ein riesiges potential für sozialen unfrieden.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

vom alter her tun sich die beiden ja nicht wirklich viel, eloquenter, schlagfertiger und geistig beweglicher erscheint mir geißler jedoch sehr deutlich zu sein.

stuttgart 21 hat nicht gut gefunzt, aber letztlich kam doch etwas gutes dabei raus - der bürgerentscheid war meiner ansicht nach ein guter schritt zu mehr basisdemokratie.

die entwicklung in geißler politischen denken würde ich eher als altersweisheit bezeichnen, als denn als nachlassen.



dann müßte dir gauck doch hervorragend taugen, denn der vertritt genau die positionen die du als wünschenswert anführst.

asiatische schwellenländer mit so gut wie keinerlei sozialen sicherungssystemen und arbeitnehmerrechten, aber auch mit so gut wie keinen bürgerlichen freiheiten, sondern ganz im gegenteil mit despotischer bestimmung von oben, sind für mich nicht im geringsten tugendhaft. dort sehe ich vorallem ein riesiges potential für sozialen unfrieden.

Der Bürgerentscheid war nicht nötig da das Planfeststellungsverfahren dafür schon abgeschlossen war, der Protest kam Jahre zu spät.
Was der Bürgerentscheid wert ist sieht man ja, Demokratie ist für die Gegner wenns nach ihrem Willen läuft, alles andere akzeptieren diese Chaoten nicht.

Wie gesagt ich finde Gauck nicht schlecht, nur die Umstände seiner Wahl sind etwas unglücklich, genauso wie die damalige Kandidatur.
Gibt eben keine Sachpolitik mehr, alles wird parteipolitisch und populistisch verwendet, leider.

Demokratie ist nicht dasselbe wie Populismus, auch wenn man den Eindruck hat daß viele Politiker, gleich welcher Couleur, das so sehen.

Man kann es mit dem Sozialstaat auch übertreiben und sowas wie heute hätte Bismarck ganz sicher nicht gewollt.
Im Endeffekt sollte immer noch jeder selber für sein Leben und das seiner Familie verantwortlich sein und damit auch die positiven oder negativen Konsequenzen tragen.
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff

Der Bürgerentscheid war nicht nötig da das Planfeststellungsverfahren dafür schon abgeschlossen war, der Protest kam Jahre zu spät.

nicht der protest kam zu spät, sondern das plebiszitäre element. dieses hätte schon bestandteil des planfeststellungsverfahrens seien müssen, denn so wäre es wahrscheinlich gar nicht erst zu derartigen auseinandersetzungen gekommen, weil der bürger von anfang an nicht das gefühl gehabt hätte übergangen worden zu sein. langfristig ist eine entwicklung unserer demokratie in diese richtung sehr wünschenswert und genau daß dieses nun bestandteil der öffentlichen diskussion ist, ist das gute was die ganze geschichte bewirkt hat.

Man kann es mit dem Sozialstaat auch übertreiben und sowas wie heute hätte Bismarck ganz sicher nicht gewollt.

^^daß bismarck das nicht gewollt hätte ist wohl mehr als klar. ;D

bismarcks intention für die sozialgesetzgebung war einzig der versuch das erstarken der arbeiterbewegung zu unterminieren und den undemokratischen obrigkeitsstaat zu stärken, die bisherigen machtverhältnisse zu sichern. zum glück ist ihm dieses nicht gelungen.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

nicht der protest kam zu spät, sondern das plebiszitäre element. dieses hätte schon bestandteil des planfeststellungsverfahrens seien müssen, denn so wäre es wahrscheinlich gar nicht erst zu derartigen auseinandersetzungen gekommen, weil der bürger von anfang an nicht das gefühl gehabt hätte übergangen worden zu sein. langfristig ist eine entwicklung unserer demokratie in diese richtung sehr wünschenswert und genau daß dieses nun bestandteil der öffentlichen diskussion ist, ist das gute was die ganze geschichte bewirkt hat.



^^daß bismarck das nicht gewollt hätte ist wohl mehr als klar. ;D

bismarcks intention für die sozialgesetzgebung war einzig der versuch das erstarken der arbeiterbewegung zu unterminieren und den undemokratischen obrigkeitsstaat zu stärken, die bisherigen machtverhältnisse zu sichern. zum glück ist ihm dieses nicht gelungen.

Das Projekt ist seit 1994/95 öffentlich und die damalige Stimmung war mehrheitlich dafür, wie jetzt übrigens auch, 15 Jahre später wird dann alles versucht das Projekt zu kippen, wo bleibt da die Rechtssicherheit?
Jeder Bürger der daran interessiert war hat davon gewusst, es wurde also niemand übergangen.
Grundsätzlich würde ich eine direktere Beteiligung bei politischen Entscheidungen befürworten, aber ich befürchte daß viele Bürger nicht in der Lage sind sich ein objektives Bild zu machen und daß damit Meinungsmachern und Agitatoren ein Instrument in die Hand gegeben wird und verantwortungsvolle Politik vom Populismus ersetzt wird.
Die aktuelle Parteipolitik lässt das ja gut erkennnen.
Ausserdem werden dabei fast immer individuelle Interessen über das Gemeinwohl gestellt und das kann nicht im Sinne einer funktionierenden Gesellschaft sein.
Ein gutes Beispiel ist der Atomausstieg, keine funktionierende Alternative, nur unausgegorene Ideen, mehr Abhängigkeit vom unsicheren Russland das Gas als Machtmittel einsetzt, bitte keine Windräder, Überlandleitungen oder Speicherseen, aber der Strom soll weiterhin zuverlässig und günstig aus der Steckdose kommen. [img5]
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff

Das Projekt ist seit 1994/95 öffentlich und die damalige Stimmung war mehrheitlich dafür, wie jetzt übrigens auch, 15 Jahre später wird dann alles versucht das Projekt zu kippen, wo bleibt da die Rechtssicherheit?

inwiefern würde denn ein plebiszitäres element oder das diskutieren von alternativen baumaßnahmen (wurden ja nicht mal in erwägung gezogen) im vorfeld der vertragsschließungen (diese fanden auch nicht 1995 statt) die rechtssicherheit negativ beeinträchtigen können?

bedenken bezüglich der fähigkeiten der bürger zur objektiven urteilsbildung und die beeinflussbarkeit durch politische agitatoren werden ja immer wieder gegen basisdemokratische elemente angeführt, wenn man jedoch den blick in die schweiz lenkt, so scheint das dort ja relativ problemlos zu funktionieren.

vielleicht wird ja eher umgekehrt ein schuh daraus und die heutigen lobbyisten fürchten um ihre einflußmöglichkeiten auf palarmentarier und schüren deswegen die angst vor direkteren demokratieformen.

atomstrom wird massiv bezuschusst indem die gesellschaftlichen folgekosten dieser energieform nicht in den preis einfließen, bei einem versagen der technik, sind die kosten nicht einmal mehr berechenbar und bis zum heutigen tag gibt es keinerlei sicheres endlager.

wie dem auch sei, dies alles sind politikfelder, in denen man unterschiedliche ansichten vertreten kann, wie man an uns beiden ja deutlich sehen kann. ;)

wir können natürlich stück auf stück alle möglichen politikfelder abfrühstücken und unsere argumente gegenüber stellen, entfernen uns dabei weit weg vom thema des threads, denn mit der sache wulff oder gar nur den bundespräsidenten hat das nun wirklich nicht mehr viel zu tun. ich denke wir sollten mal wieder zum thema zurückkehren.

mein urteil bleibt indes gleich, ich halte den neuen einheitskandidaten aus obigen gründen für keinen guten kandidaten, aber warten wir mal ab, wie er sich denn macht.
 
G

Gast

Guest
AW: die sache wulff

wie wahr...

395948_10150552314441493_59381221492_9132054_1845862790_n.jpg
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff


Traurig aber spiegelt die Wahrheit wieder.
Die Demokratie in der sich alles nur um Parteitaktik und Populismus dreht ist am Ende und hat echte Probleme langfristig solide Entwicklungen auf die Beine zu stellen.
Eine stärkere Einbindung des Volkes wird daran nichts ändern oder das Problem sogar noch verschlimmern.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff


Nein, in unserer heutigen Egogesellschaft in der jeder seinen Eigennutz über das Gemeinwohl stellt entwickelt sich eine Demokratie zwangsläufig in Richtung Ochlokratie, also in eine Herrschaft des "Pöbels".

Deswegen bedarf es eines gemeinschaftlichen Konsens über den Wert einer funktionierenden Gesellschaft genauso wie über besonnene und anerkannte Führungspersönlichkeiten.
Beides fehlt mir heute, auch wenn matten vielleicht anderer Meinung ist.

Die Motive aus der heraus die allermeisten Menschen gegen irgendwas demonstrieren sind sind zuallererst egoistisch, ohne das Gemeinwohl zu beachten.
Beispiel: Jeder will mobil telefonieren, aber keiner will einen Handymast vor der Haustüre, autofahren ist ein Grundrecht, aber keiner will in seinem persönlichen Umfeld einen Strassenausbau.
Das ist inkonsequent, aber unter dem Druck der Wahlen findet sich schon ein doofer Politiker der das unterstützt.
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff


genau so sieht es aus.

@ direktere einbindung; diese sollte gerade für leute die eigenverantwortung hoch halten ein ziel sein, denn es ist eben wichtig das volk in die pflicht zu nehmen.

die schweiz zeigt, daß es möglich ist.

das bedeutet natürlich, daß man sich dazu durchringen muß im bildungssystem den grundstein dafür zu legen, daß das volk dazu in der lage ist sachfragen abzuwägen. dagegen sträuben sich aber noch sehr viele kräfte im lande, offensichtlich haben sie angstvor mündigen bürgern und vor der demokratie.

gefragt ist offensichtlich eher der unmündige konsument:

[YOUTUBE]RkNddCXSLvM[/YOUTUBE]

zu den berechtigte zweifeln bezüglich gauck.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

In der Schweiz klappt das nur solange es wirtschaftlich so gut läuft, würde das System gern in einer Krise erleben.
Jeder Schweizer hat auch das Recht sich zu bewaffnen, sollen wir das auch übernehmen?
Einfach einen Aspekt eines anderen Systems herauszupicken ist eine unzulässige Vereinfachung.

Die occupy Bewegung zum Beispiel ist einfach Schwachsinn, alles den Banken in die Schuhe zu schieben auch.
Wer hat den sein Geld in Irland angelegt und wer produziert denn immer mehr Schulden um einen Umverteilungsstaat zu finanzieren?
Wer lobt den jetzt die Banken dafür daß sie auf 53% ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten, während die EZB keinen Schuldenschnitt mitgehen muss?
Die Banken haben den Staaten vertraut und müssen dafür Lehrgeld zahlen, hätten sie aber Griechenland schon vor Jahren kein Geld mehr gegeben wären sie ebenso an den Pranger gestellt worden.
Fazit: Der Finanzsektor kann machen was er will, er ist und bleibt Prügelknabe.
 
G

Gast

Guest
AW: die sache wulff

um kurz bei der politik zu bleiben:
tatsache ist, daß politik wenige interessiert und noch weniger vom volk verstanden wird.
das fängt bei der 'geheimsprache' der politiker an und endet bei überhangmandaten, lobbyismus und vetternwirtschaft.
oben wird ein eigenes süppchen gekocht und der wohl schlimmste alptraum jedes politikers ist ein interessierter, aufgeklärter und wissender bürger.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

um kurz bei der politik zu bleiben:
tatsache ist, daß politik wenige interessiert und noch weniger vom volk verstanden wird.
das fängt bei der 'geheimsprache' der politiker an und endet bei überhangmandaten, lobbyismus und vetternwirtschaft.
oben wird ein eigenes süppchen gekocht und der wohl schlimmste alptraum jedes politikers ist ein interessierter, aufgeklärter und wissender bürger.

Geheimsprache gibt es nicht, aber dem Bürger wird einfach nicht die Wahrheit gesagt, ob Ausländerkriminalität oder Integrationsproblematik, ob Griechenlandkrise oder HRE, überall wird gelogen und verschwiegen.

Griechenland zB ist pleite, der Staat ist völlig desolat und hat kaum nennenswerte Wirtschaftskraft, geschweige denn ein Volk das die nächsten 20 Jahre gewillt ist für einen Lebensstandard zu buckeln der unter dem ihrer Eltern sein wird damit sie eine Chance haben ihre Schulden abzubauen.
Wenn das kein klassischer bail-out ist, was dann?
Wo ist denn die Politik und ihre Verantwortung jetzt?
Waren sie zu blöd oder zu dumm und dazu auch noch taub auf beiden Ohren?
Wenn ich meine Firma so führe bin ich bis an mein Lebensende mittellos während die verantwortlichen Politiker Pensionen kassieren für die ein Angestellter 100 Jahre den Höchstbetrag einzahlen müsste und sich keiner Schuld bewusst sind.
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff

Einfach einen Aspekt eines anderen Systems herauszupicken ist eine unzulässige Vereinfachung.

Die occupy Bewegung zum Beispiel ist einfach Schwachsinn, alles den Banken in die Schuhe zu schieben auch.

genau da sind doch aber unzulässige vereinfachungen und verallgemeinerungen (deinerseits) schon fast in reinkultur zu finden.

die behauptung die schuld würde einfach nur den banken in die schuhe geschoben oder occupy wäre einfach nur schwachsinn basieren doch auf nichts anderem, als dem was von bestimmten interessengruppen zu der thematik behauptet wird bzw. darauf was in bestimmten mainstreammedien in der hauptsache brichtet wird.
in wahrheit ist jedoch das hauptthema der bewegung, wie das finanzsystem das denken und handeln der politik beeinflusst und das anstoßen einer gesellschaftlichen debatte darüber. aber genau vor einer solchen debatte scheint man ja enorme angst zu haben.

hier wird ohne kenntnis der beweggründe der protestler geurteilt, eben genauso wie das pauschalurteil von herrn gauck.

weiteres interessantes zum thema finanzkriese.

wie schon gesagt, es geht mir nicht darum, daß herr gauck eine andere meinung hat, sondern eben um diese pauschalurteile, ohne sich auch nur ansatzweise darum zu bemühen eine längst überfällige gesellschaftliche debatte anzugehen. anstatt dessen etwas einfach als albern zu diffamieren ist meiner ansicht nach nicht eines bundespräsidenten würdig, da es gerade in dieser position darauf ankommt, daß man den dialog mit der bevölkerung sucht und sich auch ehrlich der diskussion mit kritikern stellt.
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

genau da sind doch aber unzulässige vereinfachungen und verallgemeinerungen (deinerseits) schon fast in reinkultur zu finden.

die behauptung die schuld würde einfach nur den banken in die schuhe geschoben oder occupy wäre einfach nur schwachsinn basieren doch auf nichts anderem, als dem was von bestimmten interessengruppen zu der thematik behauptet wird bzw. darauf was in bestimmten mainstreammedien in der hauptsache brichtet wird.
in wahrheit ist jedoch das hauptthema der bewegung, wie das finanzsystem das denken und handeln der politik beeinflusst und das anstoßen einer gesellschaftlichen debatte darüber. aber genau vor einer solchen debatte scheint man ja enorme angst zu haben.

hier wird ohne kenntnis der beweggründe der protestler geurteilt, eben genauso wie das pauschalurteil von herrn gauck.

weiteres interessantes zum thema finanzkriese.

wie schon gesagt, es geht mir nicht darum, daß herr gauck eine andere meinung hat, sondern eben um diese pauschalurteile, ohne sich auch nur ansatzweise darum zu bemühen eine längst überfällige gesellschaftliche debatte anzugehen. anstatt dessen etwas einfach als albern zu diffamieren ist meiner ansicht nach nicht eines bundespräsidenten würdig, da es gerade in dieser position darauf ankommt, daß man den dialog mit der bevölkerung sucht und sich auch ehrlich der diskussion mit kritikern stellt.

Occupy ist eine Sammelbewegung in der sich Angst und Hass gegen den Finanzsektor kanalisiert, wo siehst Du da den Bedarf nach einer Debatte.
Der housing act war einer der Hauptgründe der subprime Krise und die Blase war selbst für einen Blinden zu erkennnen, warum hat weder die US Regierung noch die Fed reagiert?
Ich wehre mich gegen eine überbordende Regelungswut, wer spekulieren will soll das auch dürfen, Spekulanten bereinigen den Markt.
Alles mögliche beeinflusst das Denken und Handeln der Politik, dabei gehts auch nicht immer ganz logisch zu und ja jeder versucht seine Interessen möglichst effektiv zu vertreten, der Milliardär genauso wie der Hartzer, das ist systemimmanent.

Die Nachdenkseiten präsentieren sich als die Verbreiter der echten Wahrheit dabei verbreiten sie genauso gefärbte Meinungen wie ihre Gegenspieler.
Wenn ich da Statements von Sarah Wagenknecht lesen muss dreht sich mir der Magen um.
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
Admin
Registriert
15. März 2006
Beiträge
13.726
AW: die sache wulff

Occupy ist eine Sammelbewegung in der sich Angst und Hass gegen den Finanzsektor kanalisiert, wo siehst Du da den Bedarf nach einer Debatte.

ich sehe da eher die kanalisation berechtigter anliegen derjeniegen, welche aufgrund der angebotsorientierten politik der letzten jahre/jahrzehnte verluste hinnehmen mussten, der verlierer der stetigen umverteilung von unten nach oben. die einkommenschere geht in deutschland immer weiter auseinander, was ein riesiges potential an sozialen unfrieden in sich birgt.

aber selbst wenn es so wäre, wie du es darstellst und es sich nur um unbegründete ängste in der bevölkerung handeln würde, so wäre die notwendigkeit einer debatte dadurch noch lange nicht negiert. es ist ein charakteristikum einer demokratie, daß auch in solchen fällen der diskurs gesucht werden muß.

einen solchen diskurs verweigern zu wollen wäre nichts anderes als undemokratisches denken und handeln.

wenn der herr gauck also die demokratie fördern möchte, wie er es sich ja löblicherweise vorgenommen hat, dann muß er auch diesen diskurs führen und darf ihn nicht dadurch unmöglich machen, daß er protestierende diffamiert.

wir werden sehen ob er dahingehend seinen eigenen ansprüchen gerecht werden kann oder eben nicht.

Ich wehre mich gegen eine überbordende Regelungswut, wer spekulieren will soll das auch dürfen, Spekulanten bereinigen den Markt.

offensichtlich leben wir in einer zeit, in der sich immer menschen gegen die negativen auswirkungen der deregulierungen des marktes auf ihr individuelles wohl und das wohl des gemeinwesens wehren.

wenn ich mir die auswirkungen der spekulation mit nahrungsmitteln anschaue, so muß ich sagen, daß ich dann kotzen könnte.

ebenfalls interessant und ausführlicher dazu.

Die Nachdenkseiten präsentieren sich als die Verbreiter der echten Wahrheit dabei verbreiten sie genauso gefärbte Meinungen wie ihre Gegenspieler.

nein, die nachdenkseiten behaupten eben nicht, daß sie die echte wahrheit verbreiten, denn sie gehen offen damit um, daß es sich eben um eine seite handelt, welche der meinungsbildung dienlich sein soll:

NachDenkSeiten wollen die Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und damit auch die Qualität der politischen Entscheidungen fördern.
quelle

niemand (auch die nachdenkseiten selber) bestreitet, daß es sich dort um meinungen dreht.

und genau darum geht es auch mir, daß meinungen akzeptiert und diskutiert werden, denn genau das muß das wesen einer demokratie sein, nämlich daß ein meinungsbildungsprozess stattfindet und dieser dann zu einem politischen willungsbildungsprozess führt, welcher die geschicke des gemeinwesens lenkt.

wenn du aber die notwendigkeit eines solchen diskurses, also eines zentralen charakteristikum einer demokratie, nicht siehst, bzw. einen solchen diskurs nicht führen möchtest, so stellt sich schon die frage welche organisationsform unserer gesellschaft du dir denn wünscht?
 

königderberge

Well-Known Member
Registriert
24. Juli 2009
Beiträge
2.940
AW: die sache wulff

Ich bin wirtschaftsliberal und beileibe kein überzeugter Demokrat, zumindest nicht so wie Du das siehst.
Würdest Du gerne eine leicht beeinflussbare Menschenmenge über deine Arbeit und dein Gehalt bestimmen lassen wollen, womöglich noch unter dem Eindruck den sensationsgierige Medien verbreiten?
Ich bin einfach der Meinung daß Menschen die eine Katzenberger hypen oder sich begeistert das Dschungelcamp etc anschaun nicht in der Lage sind über wichtige Dinge mitzuentscheiden.
Wir sind momentan in einer Situation in der die Politik nicht mehr führt sondern populistisch reagiert um noch gewählt zu werden, teilweise auch von den Medien gehetzt.
Denkst Du das ist im Sinne einer funktionierenden Gesellschaft?
Genauso sehe ich das auch mit dem Finanzsektor, es wird einfach ein Sündenbock gesucht und viele Gegner sind einfach nur neidig weil dort immense Summen verdient werden können.

Daß die Einkommensschere immer weiter auseinanderklafft sehe ich auch, aber ist das wirklich alles so ungerecht, wie es von Kritikern immer dargestellt wird?

Mal ein Beispiel: Bin letztens von unserer Vereinsspinningstund abends nach Hause gefahren und habe mich mit meiner Frau über die Zielstrebigkeit und den Fleiß einer 14 jährigen Rennfahrerin unseres Vereins unterhalten.
Die geht praktisch täglich ihrem Trainingsprogramm nach, ist im Bundeskader MTB und besucht auch noch das Gymnasium mit guten Noten.
Ich gehe davon aus daß sie ihren Weg beruflich machen wird und es sei ihr vergönnt daß sie später mal gutes Geld verdient.
Auf dem Heimweg habe ich aber auch Jugendliche im selben Alter gesehen die kurz nach 8 auf dem Weg zu Mc D. waren und wahrscheinlich eher dem finanziell schwächeren Teil der Gesellschaft zuzurechnen waren.
Warum versuchen diese kids nicht mit Fleiß und Engagement da raus zu kommen, statt auf der Strasse rumzuhängen und Blödsinn anzustellen?
Ist es gerecht daß jemand der fleissig und konsequent ist und das seit Jahren im Endeffekt die Faulen finanzieren muss?
Wie im Sport so gilt auch im Leben: Von nichts, kommt nichts!

Ich bin nicht dagegen daß man Menschen die unverschuldet in eine Notlage geraten wieder auf die Beine hilft, aber dagegen daß man die Gesellschaft für individuelles Versagen in die Pflicht nimmt.
Das verstehe ich unter Eigenverantwortung, zu eigenen Entscheidungen zu stehen und auch deren Konsequenzen zu tragen und nicht andere dafür verantwortlich machen zu wollen.
 
G

Gast

Guest
AW: die sache wulff

Mal ein Beispiel: Bin letztens von unserer Vereinsspinningstund abends nach Hause gefahren und habe mich mit meiner Frau über die Zielstrebigkeit und den Fleiß einer 14 jährigen Rennfahrerin unseres Vereins unterhalten.
Die geht praktisch täglich ihrem Trainingsprogramm nach, ist im Bundeskader MTB und besucht auch noch das Gymnasium mit guten Noten.
Ich gehe davon aus daß sie ihren Weg beruflich machen wird und es sei ihr vergönnt daß sie später mal gutes Geld verdient.
Auf dem Heimweg habe ich aber auch Jugendliche im selben Alter gesehen die kurz nach 8 auf dem Weg zu Mc D. waren und wahrscheinlich eher dem finanziell schwächeren Teil der Gesellschaft zuzurechnen waren.
Warum versuchen diese kids nicht mit Fleiß und Engagement da raus zu kommen, statt auf der Strasse rumzuhängen und Blödsinn anzustellen?
Ist es gerecht daß jemand der fleissig und konsequent ist und das seit Jahren im Endeffekt die Faulen finanzieren muss?
Wie im Sport so gilt auch im Leben: Von nichts, kommt nichts!

deine rennradlerin hat halt den vorteil, ihren fleiß in einem sinnvollem (sinnvoll in bezug auf geldverdienen und sportiche ziele) sektor zu verwirklichen.
würde sie beispielsweise die schule vernachlässigen weil sie voller fleiß im altenheim geschichten vorliest, hätte sie im späteren leben keine guten jobchancen.
typisch leistungsgesellschaft halt...
 
Oben