AW: die sache wulff
Occupy ist eine Sammelbewegung in der sich Angst und Hass gegen den Finanzsektor kanalisiert, wo siehst Du da den Bedarf nach einer Debatte.
ich sehe da eher die kanalisation berechtigter anliegen derjeniegen, welche aufgrund der angebotsorientierten politik der letzten jahre/jahrzehnte verluste hinnehmen mussten, der verlierer der
stetigen umverteilung von unten nach oben. die einkommenschere geht in deutschland immer weiter auseinander, was ein riesiges potential an sozialen unfrieden in sich birgt.
aber selbst wenn es so wäre, wie du es darstellst und es sich nur um unbegründete ängste in der bevölkerung handeln würde, so wäre die notwendigkeit einer debatte dadurch noch lange nicht negiert. es ist ein charakteristikum einer demokratie, daß auch in solchen fällen der diskurs gesucht werden muß.
einen solchen diskurs verweigern zu wollen wäre nichts anderes als undemokratisches denken und handeln.
wenn der herr gauck also die demokratie fördern möchte, wie er es sich ja löblicherweise vorgenommen hat, dann muß er auch diesen diskurs führen und darf ihn nicht dadurch unmöglich machen, daß er protestierende diffamiert.
wir werden sehen ob er dahingehend seinen eigenen ansprüchen gerecht werden kann oder eben nicht.
Ich wehre mich gegen eine überbordende Regelungswut, wer spekulieren will soll das auch dürfen, Spekulanten bereinigen den Markt.
offensichtlich leben wir in einer zeit, in der sich immer menschen gegen die negativen auswirkungen der deregulierungen des marktes auf ihr individuelles wohl und das wohl des gemeinwesens wehren.
wenn ich mir die
auswirkungen der spekulation mit nahrungsmitteln anschaue, so muß ich sagen, daß ich dann kotzen könnte.
ebenfalls interessant und ausführlicher dazu.
Die Nachdenkseiten präsentieren sich als die Verbreiter der echten Wahrheit dabei verbreiten sie genauso gefärbte Meinungen wie ihre Gegenspieler.
nein, die nachdenkseiten behaupten eben nicht, daß sie die echte wahrheit verbreiten, denn sie gehen offen damit um, daß es sich eben um eine seite handelt, welche der meinungsbildung dienlich sein soll:
NachDenkSeiten wollen die Qualität der öffentlichen Meinungsbildung und damit auch die Qualität der politischen Entscheidungen fördern.
quelle
niemand (auch die nachdenkseiten selber) bestreitet, daß es sich dort um
meinungen dreht.
und genau darum geht es auch mir, daß meinungen akzeptiert und diskutiert werden, denn genau das muß das wesen einer demokratie sein, nämlich daß ein meinungsbildungsprozess stattfindet und dieser dann zu einem politischen willungsbildungsprozess führt, welcher die geschicke des gemeinwesens lenkt.
wenn du aber die notwendigkeit eines solchen diskurses, also eines zentralen charakteristikum einer demokratie, nicht siehst, bzw. einen solchen diskurs nicht führen möchtest, so stellt sich schon die frage welche organisationsform unserer gesellschaft du dir denn wünscht?