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Wie lange MINDESTENS trainieren?

84ck80n3

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Moin!
Ich lese überall wie lange man höchstens, oder pro Woche trainieren sollte, aber nirgends steht was von MINDESTENS.
Ich hab grad mal 15 Minuten Zeit - sollte ich die für ein paar Übungen nutzen, oder bringt das rein gar nichts? Wobei die 15 Minuten nun nur ein Beispiel waren, um die eigentliche Frage zu erklären.
 

aufziehvogel

Team Kraftsport & Sportartspezifisch
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Ich glaub, da gibt's tatsächlich kein Minimum. Mal blöd gesagt - selbst wenn ich nur von der Couch aufstehe, meine Hände ausschüttle und EINE Liegestütze mache, hab ich was Gutes für mich gemacht. Der Effekt wird natürlich winzig sein, aber für den Moment hab ich was erreicht.

Anderes Beispiel, das bisschen sinnvoller Richtung "vernünftiges Training" geht, auf das du ja hinaus willst. :) Letztens hat @JoneZ diese 5Min-Klimmzüge gemacht. Einfach so viele machen, wie in der kurzen Zeit geht. Das braucht man nicht zu unterschätzen, das ist schon ein wertiges Training für die Zugmuskulatur. Mit mehreren solchen Mini-Einheiten, sinnvoll über den Tag/ die Woche verteilt, kann man durchaus seine Leistung erhalten oder auch steigern.

Vor der Pandemie hab ich morgens im Fitnessstudio trainiert und hatte da 20 min Zeit. Ich hab 3-6 Supersätze Push-Pull gemacht - zum Beispiel Schrägbankdrücken + Klimmzüge. Das hat ca. 10 min gedauert. Danach für Kniebeuge aufwärmen und dann ein Satz 20er Atemkniebeuge. Sobald man wieder Luft kriegt, auf dem Weg zur Dusche noch kurz gestoppt für einen all-out-Satz Glute Ham Raise. Das reicht.
Von diesen Einheiten hatte ich vier verschiedene, um auch Trapbarkreuzheben, Ausfallschritte usw. abzudecken, und die dann durchrotiert. Wenn man das 4x/Woche macht und vernünftige Progression einbaut, reicht es schon aus, um fitter zu werden, Kraft und Muskelmasse aufzubauen. Auch das Herzkreislaufsystem kommt ordentlich auf Touren. Diese Art Training funktioniert sogar nur, wenn man es so kurz hält und dafür öfter macht.

Natürlich ist es schöner, wenn man 1-2 Stunden Zeit hat und sich nicht so hetzen braucht. Für viele Trainingsinhalte, zum Beispiel Maximalkrafttraining, ist es auch unabdingbar, dass man sich genug Zeit nimmt (allein schon, um die nötigen Satzpausen einhalten).
Aber kurzes Training hat auch etwas für sich, es zwingt dich, maximal effizient zu sein. Wenn die Zeit so verknappt wird, heißt das, dass man jede Übung, jeden Satz so zielgerichtet wie möglich einsetzt, weil man etwas anderes dafür streichen muss. Und man hat keine Zeit fürs Handydaddeln.

Also kurz gesagt läuft es auf Pareto hinaus. Mit viel Zeiteinsatz kriegt man maximale Ergebnisse - hohe Effektivität. (100% Einsatz = 100% Ergebnis) Aber man kann auch mit wenig Zeiteinsatz schon viel erreichen, solange man sie gut nutzt - hohe Effizienz. (20% Einsatz = 80% Ergebnis)
 

84ck80n3

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Mal blöd gesagt - selbst wenn ich nur von der Couch aufstehe, meine Hände ausschüttle und EINE Liegestütze mache, hab ich was Gutes für mich gemacht.

Da ist NIX blöd gesagt; ganz im Gegenteil: Wenn sich jemand nur von Cola und Chips ernährt und vor dem TV vergammelt, nun aber auf Cola-Zero (immerhin kein Zucker) und Erdnüsse (immerhin Nüsse ohne viel Chemie) umsteigt, und vor "DSDS" noch schnell "ne Runde" (immerhin etwas Bewegung) um den Block rennt, dann kommen viele "Profis" um die Ecke, und kritisieren Cola-Zero, Erdnüsse und die paar Meter, denn er muss mindestens Steaks futtern, und 5km Laufen, und 100 Kilo stemmen etc etc etc..... Dass der endlich mal den ANFANG geschafft hat, wird völlig übersehen. Und mit diesen "gut gemeinten" Ratschlägen wird er nur entmutigt und sitzt nächste Woche wieder vorm TV.
Von daher finde ich solche Aussagen, gerade für blutige Anfänger, TOP!!!

Der Effekt wird natürlich winzig sein, aber für den Moment hab ich was erreicht.

Exakt DAS meinte ich. Nächste Woche sind es dann halt 2 Runden um den Block und Möhren und Oliven vorm TV.

das bisschen sinnvoller Richtung "vernünftiges Training" geht, auf das du ja hinaus willst.

Genau! Ich sitzte grad in Hosen am Compi, die ich eigentlich für dieses Leben abgeschrieben habe, weil sie mir nicht nur nicht mehr passten, sondern weil es so utopisch war, dass ich da jemals wieder reinpassen würde, als würde ich davon träumen, in Kinderhosen einzusteigen.
Ich habe keine Ahnung, woher dieser ständige Tritt in den Allerwertesten kommt, aber ich bin total angefixt, und genieße jeden noch so kleinen Fortschritt.
Dieses Forum motiviert mich mit fast jedem Eintrag, und so kann ich auch noch so wenig Bock auf Training haben, einen Augenblick später erwische ich mich dann trotzdem beim Powerwalk oder an den Hanteln.
Ich bin halt über dieses Couch-Niveau hinaus, und interessiere mich so langsam für ernsthaftes Training.

Mit mehreren solchen Mini-Einheiten, sinnvoll über den Tag/ die Woche verteilt, kann man durchaus seine Leistung erhalten oder auch steigern.
1 plus 1 sind 2, plus 3 sind 5, mal 2 sind 10, und so summieren sich Kleckerbeträge zusammen, und man ist schon vor dem nächsten Ersten pleite ;-)
Aber ganz offensichtlich, kann man diesen Effekt auch ins Positive lenken. Interessant!

all-out-Satz .../... Glute Ham Raise .../... Trapbarkreuzheben
Ich werde mir ein kleines BB-Lexikon anfertigen müssen. Ist aber normal. Als ich mit dem Tauchen anfing, wusste ich auch noch Nichts von BCD, Hyperventilation & Co. Und wenn man sich privat mit eieer Gruppe Medizinern (Ingenieuren, Fachleuten aller Art...) unterhält, schlackern einem auch nach spätestens 5 Minuten die Ohren.

Natürlich ist es schöner, wenn man 1-2 Stunden Zeit hat und sich nicht so hetzen braucht.

Da sind wir (zumindest ich, in Gedanken) wieder bei der Couch. Ich habe mal eben 10 Minuten, und keine Stunde, oder gar zwei, und nun haben diese trainierenden 10 Minuten ZWEI Effekte: 1. Der (nun von Dir bestätigte) Trainingseffekt, und 2. Ich-hab-schon-wieder-den-Schweinehund-überwunden-Effekt.
Denn wie schnell, kommen die nächsten 10 Minuten, und aus 10 werden 20, und 30 und irgendwann sitzt man wieder auf der Couch.
So zumindest MEINE Gedanken. Ob da was dran ist... keine Ahnung.

Für viele Trainingsinhalte, zum Beispiel Maximalkrafttraining, ist es auch unabdingbar, dass man sich genug Zeit nimmt

Ja, das ist schon klar.

Und man hat keine Zeit fürs Handydaddeln.

Seit Anfang des Jahres weg von allen Facebooks & Co und genieße die gesparte Zeit, die vorher wirklich sinnlos vertrödelt war.

Also kurz gesagt läuft es auf Pareto hinaus

Ich liebe diese 80/20 - schon mein Leben lang.

Vielen Dank für Deinen genialen Kommentar!!!
 

doc92

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Ich misch mich mal ein :D
Ich persönlich halte mich da nicht an irgend eine Zeit beim Training. Nehme ich zum Beispiel ein "normales" Training, dann gehen bei mir zwischen 60-90 Minuten ins Land. Schwenke ich auf ein 8x8 nach Vince Gironda um, dann geht das gleiche Programm auch schon mal in maximal 45 Minuten.
Da ich zur Zeit ein wenig von dem Standardtraining weg bin und ein wenig mehr in Richtung funktional und Kraft-Ausdauer mache, ist eine effektive Zeitnutzung oder zumindest das Gefühl die Zeit effektiver zu nutzen ein anderes. Ein kurzes Training nur mit BW in Form eines AMRAP oder EMOM kann mich auch in 15 Minuten total erschöpfen.
Also eine Mindestzeit für Training gibt es bei mir oder ich lege da zumindest keinen Wert drauf. Es muss mich "erfüllen". Wenn ich aus 10 Minuten Zirkeltraining oder sein es nur Liegestütze und ich gehe mit einem guten Gefühl raus, bin ich zufrieden.
 

pfitschipfeil

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Ich denke ebenfalls, dass es kein Minimum gibt. Wie @doc92 absolut richtig schreibt, muss man danach ein gutes Gefühl haben. Gibt es das, dann passt es auch. Wenn man dann 10 oder 15 Minuten trainiert und danach alles mit einer falschen Ernährung usw. zunichtemacht, ist das auch nicht im Sinne des Erfinders. Doch das erklärt sich hoffentlich von selbst.
 

ederzei

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Wenn ich mal nur 5 bis 10 Minuten habe, kann ich mein gesamtes Klimmzugtraining durchführen.

Früher gab es mal eine Zeit, da konnte ich max. täglich nur 20 min laufen.
Trotzdessen erreichte ich damit über 3.000m eine Zeit unter 10.30 min.

Was in beiden Fällen,
komplett verschiedene Sportarten und fast 4 Jahrzehnte auseinander,
gemeinsam ist:
Effektiv trainieren heißt es dann.
 

doc92

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Beiträge
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Effektiv trainieren heißt es dann.
Da sagst du was. Wie viele ambitionierte Sportler sieht man heute, die 2 h oder länger beim Training sind und denken, so lange Training das muss was bringen. Dabei hängen sie von den 2 h gefühlt ne Stunde am Handy und quatschen. Ernsthaft bis an die Grenzen gehen ist auch nicht mehr wirklich drin, lieber Fotos für Social Media.
Die Effizienz des Trainings bleibt da meist auf frt Strecke.
Denke da kann man sich ruhig an den Spruch halten:
Effektivität = Die richtigen Dinge tun
Effizienz = Die Dinge richtig tun
 

84ck80n3

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20. Februar 2021
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Das kenne ich (51) noch so aus meinen Jugendjahren, als auch ich mal ein Studio von innen gesehen habe. Schon damals gab es die, die von einem besetzten Gerät zum anderen gelaufen sind, nur um Diskussionen anzufangen. Trainieren habe ich die nie gesehen. Hat mich schon damals gestört.
Heute messe ich meine Zeit mit den Serien, die ich beim Trainieren schaue. Mixe ich mir einen Shake, drücke ich auf "Pause", und klicke erst auf "Play" wenn ich weitermache. Ich habe gestern meine erste Stunde richtig hart durchtrainiert. Ich bemerke also gute Fortschritte. Und es macht echt Spaß!
 
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