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videoüberwachung am arbeitsplatz

G

Gast

Guest
moin


wie ihr wohl mitbekommen habt, arbeite ich seit nem knappen halben jahr als trainer in einem fitnessstudio. alles neu, alles gut!
nach und nach werden noch die letzten sachen montiert, so zb vor ein paar tagen ein tresor und ein spülbecken im mitarbeiterraum.

gestern in der spätschicht kam ein mensch im blaumann zur tür rein. erst die frage 'bin ich hier richtig?' (im bayerischen dialekt), dann kurz umgeschaut und nach nem hotel gefragt.
nach einem kurzem gespräch kam zum vorschein, daß er heute ein kamera im gym montiert.
als vorwand dient wohl die fristlose kündigung einer mitarbeiterin vor 14 tagen. sie hat sich pizza liefern lassen und ist an den mc.d-drive in gefahren obwohl sie alleine in ihrer schicht war. der laden war gut besucht zu dem zeitpunkt.
die chefin nutzt natürlich die gelegenheit und überwacht uns via internet.
weiters heißt es 'es diene der diebstahlsicherung'.

problem: die rechtliche lage ist mehr als schwammig, da ein gym zum öffentlichen raum zählt. ähnlich wie ein kaufhaus. der bereich hinter der theke gehört eigentlich nicht zum öffentlichen raum, aber da kann sie sich mit dem diebstahlargument rausreden.
weiters sind in fast jedem fitnessstudio am markt kameras installiert. sowas ist also üblich in der branche.

es ist auch nicht so, daß ich etwas zu verbergen hätte, aber die sache geht extrem gegen mein rechtsempfinden.

habe gestern abend (hatte dienst bis 24 uhr) lange überlegt und kam zu dem schluß, daß ich von meinem außerordentlichen kündigungsrecht gebrauch mache.
die kündigung ist bereits getippt und ausgedruckt aber noch nicht abgeschickt.

wäre extrem schade um den job aber ich will mich nicht ständig beobachtet fühlen.

die chefin führt übrigens aus der ferne mit eiserner hand (ist ne kleine kette mit sechs studios). da gibt es schonmal ne abmahnung für's kaugummikauen im dienst oder es klingelt am freien tag um 7 uhr in der früh das telefon weil man am vorabend vergessen hat irgenteinen strich in einer überflüssigen liste zu machen...

info's:

http://www.datenschutzbeauftragter-...rbeitsplatz-videoueberwachung-vs-datenschutz/


wie würdet ihr handeln??






gruß
 

Mitleser

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15. April 2011
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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Ich würde die Betreiberin fragen, ob sie mir den Abschnitt mit meinen Kniebeugen zusenden könnte. ;D

Ernsthaft: Ich kenne die Rechtslage nicht. Aber muss man den Mitarbeitern nicht zumindest VORHER Bescheid geben, wenn man eine Kamera verwendet? Eine ständige Beobachtung wäre mir zuwider.

Kündigen ist leichter, wenn man noch nicht so lange dabei ist. Aber wenn bei dir sonst alles passt, solltest du nochmal intensiv nachdenken, ob du den Job aufgibst.

Überwiegen für dich die Vorteile, bleib. Ist auch sonst einiges im argen, kündige. Brauchst du das Geld (wer nicht...), such dir erstmal einen anderen Job (ausser du hast schon ein paar in Reserve).

Gibt es wirklich keine Fitnessstudios ohne Kamera? Ich finde vermehrte Kontrolle und Reglementierung nicht gut, sie erstickt irgendwann auch das naivste Vertrauen.
 

letizia

Well-Known Member
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25. Januar 2010
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3.634
AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

hm, also, ich glaube, ich hätte auch so gehandelt wie du.

Eigentlich finde ich eine Videoüberwachung am Arbeitsplatz nicht weiter tragisch. Vorausgesetzt - und das ist jetzt wichtig - dass dies wirklich den Zwecken der Sicherheit dient -> ich habe nichts zu verbergen, also bitte. Das Band guckt sich ja dann (wahrscheinlich) nur jemand an, wenn es wirklich notwendig ist (z.B. rückblickend im Falle eines Diebstahls).

ABER: wenn eine Kamera installiet wird, damit man mich zu jedem Zeitpunkt meiner Arbeit überwacht, um zu checken, ob ich ja alles richtig mache... das geht gar nicht. Auch ein Arbeitsverhältnis basiert in einem gewissen Maße auf Vertrauen und nicht auf absoluter Kontrolle. Hier würde ich mir von meinem Arbeitgeber ziemlich schäbig und respektlos behandelt vorkommen. Um seine Mitrabeiter einen guten Job machen zu lassen, braucht es eben auch ein Entgegenkommen des Vertrauen seitens des Chefs. Gewiss muss man auch kontrollieren, aber auf keinen Fall in diesem Maße.

Ich würde mir denken, dass ich das nicht nötig habe. Man kann auch noch weitere Jobs finden, in denen man als eigenverantwortlicher Mensch arbeiten kann, dem der Chef mit Offenheit begegnet.

Bevor ich das Risiko eingehen würde, vorschnell zu handeln würde ich mich selbst nochmal ehrlich fragen, wie sicher mir wirklich sein kann, dass die Kamera (nur) zu diesen Zwecken installiert wird.

Außerdem: kann ich mit der Chefin reden? Manchmal helfen schon ein paar Worte um ein Missverständnis aus der Welt zu schaffen.

Wenn ich dann Frage 1 mit "sehr sicher, zu 95%" und Frage zwei mit "nein, auf gar keinen Fall" (oder man versucht es mit einem Gespräch und das Anliegen wird überhaupt nicht ernst genommen) beantworten kann, dann würd ich den Brief sofort abgeben. Und zwar mit Begründung.

Anderfalls würde ich noch ein bisschen weitermachen, mich aber parallel schon einmal umhören, wie es auf dem Arbeitsmarkt so ausschaut.
 

MondayMassacre

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Rechtliche Lage hin oder her - die rechtlichen Grundlagen (bzw. auch die fehlenden selbigen) haben uns in genau jene Situation gebracht, die es erlauben (oder erlauben werden), Kameras im Arbeitsplatz aufzustellen, um die Mitarbeiter zu überwachen.

Es ist die Kultur der heutigen Gesellschaft, so zu handeln. Es liegt auch nicht am Gesetz oder an denjenigen, die sich die Gesetze ausdenken, es ist die Philosophie, das Denken der Menschen, die solche Aktionen letzten Endes rechtfertigen - im Handeln wie auch auf dem Papier. Dagegen unternehmen wirst du gar nichts können.

Außer... außer genau das, was du getan hast / tun wirst: Du kündigst. Es ist die einzig wirksame Form von Protest gegen diese Art der Kultur. Definitiv ein Zeichen setzen und sagen, 'so nicht'. Wenn du es jetzt nicht tust, was muss dann passieren, damit du es tust?
Deine Entscheidung ist die einzig richtige und verdient vollste Unterstützung. Vielleicht kannst du noch den ein oder anderen Kollegen / Kollegin dazu bewegen, sich dir anzuschließen.

Was aber zuallererst kommen sollte, wäre ein deutliches Gespräch mit der Chefin. Kommuniziere ihr sachlich und höflich deine Bedenken, mach ihr klar, dass, wie Letizia auch sagte, die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer eines Grundmaßes an Vertrauen benötigt, das letzten Endes sogar einfach nur eine Frage des Respektes ist und lass dich nicht von alternativen Kontrollmaßnahmen (zb. strengere Kontrollen durch die Chefin persönlich, Kamera nur im Eingangsbereich, Handyverbot, etc.) abwimmeln: Entweder, sie versteht das Prinzip, dass jemand seine Arbeit würdevoll verrichten will, oder sie ist weiterhin auf dem Weg in eine totalitäre Betriebsführung.
 
D

DanHan

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Servus,
war bei mir im Studio ähnlich, die Überwachung.

Gestört hat mich das nicht weiter, da ich meine Arbeit gemacht hatte, sowie Du bestimmt auch.

Allerdings gab es auch Situationen wo Putzmittel und Karten abhanden gekommen sind ... der/die Neue hatte die Schilder an der Tür wohl nicht beachtet.
Das Kameras installiert worden sind muss/sollte(?) am Eingangsbereich ersichtlich sein.

Kaugummi kauen und Abmahnung?
Meine Vermutung die beiden waren sich nicht grün und das ist ein Vorwand, kommt natürlich auch darauf an wie jemand Kaugummi kaut.
Als Dienstleister im Umgang mit Kunden oder als Vorbild im Training geht das nicht...bzw. ist abhängig von der Kauamplitude.

Falls es noch Anstellung im "Minijob" ist, sind Abmahnungen Gang und Gebe, verstehe ich allerdings auch nicht.
---

Wenn Dir die Arbeit Spaß macht würde ich da bleiben.

Sieh zu Deinen Weg des Trainings weiterzugeben, und wer weiß wann man die Leute wiedersieht ;D...vielleicht bald in einem eigenen Studio??

Kopf hoch, Brust raus.
Daniel
 
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Eisenfresser

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

@taurus

Vor allem musst du mal in dich gehen und dich fragen..."...kommt mir das mit der Kamera recht bzw.gelegen, weil mir der Job zwar Spaß macht, so grundsätzlich,
aber der Zeitaufwand und die Schichten mich richtig abfucken und man ja auch nicht soviel Kohle bekommt..."??

...manchmal sucht man eigentlich nur einen Grund, den man eigentlich immer findet, man aber hin- und hergerissen ist, weil eben nicht alles schlecht ist
und man unschlüssig ist, scheiß Gefühl kenne das, lese das irgendwie bei dir raus, die letzten Wochen bzw. würde es mir so gehen...
Ich kenne das z.B. auch aus Beziehungen...
 
Zuletzt bearbeitet:

königderberge

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Als Arbeitgeber kann ich auch mal die andere Seite erläutern.

Ich bin mir absolut bewusst daß ich um einen Teil meiner bezahlten Arbeitszeit betrogen werde, also daß Termine ausfallen und jemand einkaufen fährt etc. und ich habe ein sehr gutes und motiviertes Team.
Sorry letizia, wenn Du nicht ständig vor Ort bist werden es sich deine MA so einrichten wie es ihnen gefällt und sich nicht für Dich den A.... aufreissen.
Sind denn unerwartete Kontrollen deren Sinn leicht durchschaubar sind besser?
Andererseits gibt es auch immer wieder Einsatz über das erwartete Maß hinaus, natürlich nicht von jedem.
Auch Diebstahl kommt immer wiedermal vor.
Das ist zwar alles ärgerlich und wenn das überhand nimmt gibts auch mal ernste Worte, dann passts wieder eine zeitlang.

Auch wenn man jemanden kündigen will wird ein Nachweis immer wichtiger, da kann ein Bildbeweis eine echte Hilfe sein oder wie willst Du sonst etwas nachweisen?
Die Arbeitsgerichte entscheiden selbst bei schlüssigen Anscheinsbeweisketten meist zugunsten der AN.

Eine Kamera ist für mich eigentlich nur Mittel zum Zweck, weil ich ja nicht überall sein kann und wäre kein Kündigungsgrund für mich.
Wenn ich Geld von der Bank abhole zähle ich doch auch nach obwohl das der Bankangestellte schon gemacht habe, ob der sich dadurch in seiner Ehre verletzt fühlt?

Bin mir auch nicht sicher ob der Grund für eine ausserordentliche Kündigung ausreicht, bin schon der Meinung Du solltest wenigstens ordentlich kündigen.
 

omaus

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Hm, ich hätte wohl das Gespräch gesucht und den notwendigen Umfang der Überwachung abgefragt und überprüft, inwiefern da eine Einigung erzielt werden kann in Bezug auf notwendige Kontrolle des gesamten oder persönliche Überwachung des Einzelnen auf dem Arbeitsplatz.

Dann fiel mir (typisch Verwaltungsmensch) auch noch ein, dass eigene Kündigungen eine 3monatige Sperrzeit der ALG I Leistungen mit sich ziehen, sofern nicht aus gewissen Gründen eine Kündigung des Arbeitnehmers in die Arbeitslosigkeit aufgrund der Umstände unvermeidbar war.

Den Einwand von Eisi mit dem Grund-Suchen fand ich auch gar nicht so abwegig von der Idee her. Ist es so?
 

matten

Team Lowtech/Fitness. Der Mattenschlinger
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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

schade, da du ja schon recht lange versucht hast in der branche tritt fassen zu können, aber deine bedenken kann ich durchaus nachvollziehen.

das hauptproblem sehe ich in der nicht vorhandenen kommunikation der chefin mit den betroffenen angestellten. einfach so einer videoüberwachung ausgesetzt zu werden, ohne daß vorher die sprache darauf gebracht wurde, die notwendigkeit der überwachung erörtert und deren umfang erläutert worden ist, wäre auch für mich ein eindeutiger mißtrauensbeweis seitens der chefin. dieses verhalten ist schlicht und einfach nicht korrekt und zwar weder rechtlich noch moralisch/ethisch.

grundlegender scheint mir noch das problem zu sein, daß es scheinbar keine ständige arbeitnehmervertretung in form eines betriebsrates in der studiokette gibt. das betriebsverfassungsgesetz ist leider in vielen fällen zahnlos und die verflichtung von betrieben einen betriebsrat zu etablieren, wenn 5 ständige mitarbeiter vorhanden sind, wird nicht selten durch geschickte vertrags- und personalpolitik umgangen.

es gibt nicht wenige arbeitgeber, die auch die versuche von arbeitnehmer einen betriebsrat ins leben zu rufen, mittels unlauterer methoden, erpressung und ressentiments zu verhindern versuchen - derartige fälle gehen immer wieder durch die medien, jedoch ändert das scheinbar nichts daran, daß soetwas immer wieder vorkommt.

doch zurück zu deinem persönlichem problem und der frage, wie ich das persönlich angehen würde:

  • das gespräch zu suchen halte ich für den ersten wichtigen schritt, einfach mal nachfragen was das denn soll. dabei natürlich deinen standpunkt deutlich machen, aber in diesem gespräch nach möglichkeit auch noch keinerlei entscheidung treffen, sondern den arbeitgeber mitteilen, daß man sich die sache durch den kopf gehen lassen möchte. wenn der sich natürlich in dem gespräch als arsch herausstellt und sich einen scheißdreck um die vorgebrachten bedenken kümmert, dann würde ich ihm auch die entsprechende reaktion zulommen lassen. zumindest wäre ich in der versuchung dieses zu tun.
  • erkundige dich über das arbeitslosenrecht - ich bin da leider nicht mehr auf dem laufenden, denn mein praktikum im arbeitslosenzentrum liegt schon ewigkeiten zurück, aber wenn es eine solche einrichtung bei euch gibt, wäre das auch ein guter ort um informationen einzuholen. jedenfalls wäre ich mir nicht so sicher, ob man eine sperrfrist bekommt, wenn der arbeitgeber einen berechtigten anlass für eine kündigung liefert, der in einem schwerwiegenden eingriff in das persönlichkeitsrecht zu sehen ist. für solche fragen sind arbeitslosenzentren und -vereinigungen, wenn dort fähige mitarbeiter beschäftigt werden, sehr gute informationsquellen.
  • überdenke die wirtschaftlichen auswirkungen deiner entscheidung, die möglichkeit einer ordentlichen kündigung würde zumindest zeit ergeben, welche du gut gebrauchen kannst um dir eventuell etwas neues zu suchen - der knalleffekt bleibt dann zwar aus, aber der würde eh nur deinem persönlichen empfinden dienlich sein und nichts an der unbefriedigenden grundsituation ändern, denn deine chefin wird sich durch eine fristlose kündigung wohl kaum in ihren grundsätzlichen meinungen beeinflussen lassen.

wenn mir noch was einfallen sollte, so melde ich mich nochmal zu wort.
 

MondayMassacre

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Prinzipiell ist es, meiner Meinung nach, immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Die pauschale Überwachung aller Mitarbeiter und auch der dort Trainierenden ist absolut nicht gerechtfertigt, nur weil mal jemand für eine Viertelstunde (was macht das auch? 20 Euro Schaden?) den Laden verlassen hat.
Wenn man ganz gezielt jene Missstände bereinigt, die auch wirklich da sind, dann sieht das ganze schon anders aus. Aber wie kommt Taurus dazu, sich überwachen zu lassen, wenn seine Kollegin Mist baut?
Es ist immer das Kollektiv, das die Konsequenzen tragen muss. Wenn eine Kollegin sich nicht an die Regeln hält, ist sie zu entlassen. (wobei auch hier wieder Verhältnismäßigkeit zu walten hat) Aber im Nachinein die Regeln für ALLE zu ändern, noch dazu in doch recht sensiblen Bereichen (Videoüberwachung am Arbeitsplatz! Leute! Denkt einmal nach! Wer hätte sich das vor nur 10 Jahren vorstellen können?), das würde ich mir nicht gefallen lassen.

Ab einer gewissen Härte beim Durchgreifen ist auch der Erziehungseffekt futsch. Alles was sich dann noch verändert sind die Fronten. Die werden nämlich härter.

Servus,
war bei mir im Studio ähnlich, die Überwachung.

Gestört hat mich das nicht weiter, da ich meine Arbeit gemacht hatte, sowie Du bestimmt auch.
Ganz nach dem Motto "wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten"?
Das ist das Totschlagargument der Law-and-Order-Fraktion. Wenn man jedoch dem Arbeiter nicht traut, seine Arbeit zu machen, warum sollte der Arbeiter dem Arbeitgeber trauen, dass er seine Daten nicht misbraucht? Wer überwacht die Überwacher (die ja angeblich nichts zu verbergen haben)?

Als Dienstleister im Umgang mit Kunden oder als Vorbild im Training geht das nicht...bzw. ist abhängig von der Kauamplitude.
Ja, das ist wohl Sache des Unternehmers, wie er sein Geschäft repräsentieren will. Aber auch diese Ansicht wandelt sich im Laufe der Zeit.
Ich beispielsweise halte nichts mehr von Anzuträgern. Sie vermitteln eine strenge Betriebsführung, keinen Platz für Individualismus und zeugen von unfreien Mitarbeitern.
Keine Ahnung, wie die Sportstudios bei euch so drauf sind. Wenn die natürlich einen auf Schicki-micki-wir-sehen-aus-wie-die-Fotoshop-Modelle-in-den-Hochglanzzeitschriften-und-verhalten-uns-auch-so-abgehoben machen, dann kann Kaugummikauen zum Rauswurf führen. Aber bitte... wenn die Betriebsführung das will, will das der Mitarbeiter? Ist er dann am richtigen Platz?

Als Arbeitgeber kann ich auch mal die andere Seite erläutern.

Ich bin mir absolut bewusst daß ich um einen Teil meiner bezahlten Arbeitszeit betrogen werde, also daß Termine ausfallen und jemand einkaufen fährt etc. und ich habe ein sehr gutes und motiviertes Team.
Sorry letizia, wenn Du nicht ständig vor Ort bist werden es sich deine MA so einrichten wie es ihnen gefällt und sich nicht für Dich den A.... aufreissen.
Warum sollten sie auch? Motivation kommt von entsprechenden Anreizen. Wenn die Motivation für die Mitarbeiter Geld ist, wirst du sie mit mehr Geld zu mehr Motivation verleiten. Wenn die Motivation Selbstentfaltung ist, dann wirst du sie mit nichts motivieren können, außer mit der Möglichkeit der individuellen Gestaltung. Mit strengeren Regeln drängst du sie nur Richtung Kündigung oder schaffst ein unangenehmes Arbeitsklima. DAS wiederum führt zu Demotivation und all den kleinen (Kaugummikauen :rolleyes:) und großen (ne Pizza kommen lassen :smad:) Problemen.

Kamerabilder zur Beweisführung hin oder her... wir leben offenbar in Zeiten, in denen es permanente Überwachung braucht, um nachher rechtlich korrekt verurteilen zu können. Wo da jedoch die Moral bleibt (auf beiden Seiten!), frag ich mich schon lange.

Weit haben wirs gebracht.
 

königderberge

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Warum sollten sie auch? Motivation kommt von entsprechenden Anreizen. Wenn die Motivation für die Mitarbeiter Geld ist, wirst du sie mit mehr Geld zu mehr Motivation verleiten. Wenn die Motivation Selbstentfaltung ist, dann wirst du sie mit nichts motivieren können, außer mit der Möglichkeit der individuellen Gestaltung. Mit strengeren Regeln drängst du sie nur Richtung Kündigung oder schaffst ein unangenehmes Arbeitsklima. DAS wiederum führt zu Demotivation und all den kleinen (Kaugummikauen :rolleyes:) und großen (ne Pizza kommen lassen :smad:) Problemen.

Kamerabilder zur Beweisführung hin oder her... wir leben offenbar in Zeiten, in denen es permanente Überwachung braucht, um nachher rechtlich korrekt verurteilen zu können. Wo da jedoch die Moral bleibt (auf beiden Seiten!), frag ich mich schon lange.

Weit haben wirs gebracht.

Motivation ist keine Bringschuld des AG und auch nicht Gegenstand des Arbeitsvertrags.
Als AG kaufst Du Dir Arbeitszeit vom AN, wie der sich dazu motiviert ist sein Problem, und hast dementsprechend einen Anspruch auf Vertragserfüllung, der AN will ja auch den vollen vereinbarten Lohn.
Warum sollte Dich der AG nicht bei der Ausübung beobachten dürfen, ich geh mal davon aus die Toiletten werden nicht videoüberwacht.

Niemand wird sich zum Spaß stundenlang langweilige Videoüberwachung reinziehen, da braucht es schon einen Anlass.

Bin auch der Meinung daß MA eines Fitnesscenters oft auch nicht die allervertrauenswürdigsten sind, zumindest ist das mein Eindruck wenn ich mal so einen Discounter besuch, wird also nicht ganz grundlos sein, das sagt taurus ja auch.
Wenn ansonsten alles passen würde wäre das für mich kein Grund zu kündigen.

So ist das asymetrische Arbeitsrecht halt, wenn Du nicht alles haarklein belegen kannst bekommt der AN recht, da wiegt ein Arbeitsloser halt schwerer als ein paar € Gewinn. :smad:
 

kecks

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

...Es klingt nicht so, als ob dir die Arbeit dort Freude bereitet, und das liegt offenbar nicht an deinem Aufgabenbereich. Halte dich mal an Mattens Tipps, das klingt sehr sinnvoll. Ich persönlich würde mir schleunigst was anderes suchen (okay, fair bezahlte Jobs in Studios ohne Ausbeutung sind selten wie sonstwas...) und gehen, sobald das ohne gravierende wirtschaftliche Nachteile machbar ist.

...@König Zu deinem letzten Satz: *gottseidank* zählt in dieser Gesellschaft wenigstens ganz manchmal ein Mensch noch mehr als Geld/Gewinn. Menschen sind doch kein Humankapital!
 

königderberge

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

...@König Zu deinem letzten Satz: *gottseidank* zählt in dieser Gesellschaft wenigstens ganz manchmal ein Mensch noch mehr als Geld/Gewinn. Menschen sind doch kein Humankapital!

Dabei vergisst man aber gerne daß AG auch Menschen sind die oft sehr viel Zeit und Geld in ihr Unternehmen gesteckt haben.
Bei aller Liebe zur Schwarz/Weiss Malerei in unserer Gesellschaft ist trotzdem der wirtschaftlich schwächere nicht immer der Gute!
 

matten

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Dabei vergisst man aber gerne daß AG auch Menschen sind die oft sehr viel Zeit und Geld in ihr Unternehmen gesteckt haben.
Bei aller Liebe zur Schwarz/Weiss Malerei in unserer Gesellschaft ist trotzdem der wirtschaftlich schwächere nicht immer der Gute!

geht ja auch nicht darum, ob er nun gut oder böse ist, sondern darum welche rechte ihm zugestanden werden/werden müssen, damit er sich als wirtschaftlich schwächerer trotz der übermacht des gegenübers in eine adäquate position bringen kann, um seine legitimen interessen waren zu können.
 

MondayMassacre

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Motivation ist keine Bringschuld des AG und auch nicht Gegenstand des Arbeitsvertrags.
Als AG kaufst Du Dir Arbeitszeit vom AN, wie der sich dazu motiviert ist sein Problem
Ja, das ist es wohl. Das ist auch gar nicht der Knackpunkt.

Das entscheidende ist nämlich, wie man seine Mitarbeiter betrachtet: Handelt es sich hier um Humankapital, in welches mit einem entsprechenden Risiko investiert wird, wovon der return dann in Form von Arbeitsleistung, unter egal welchen Bedingungen, daherkommt (bilanziell daherkommen muss)?
Oder handelt es sich um Menschen aus Fleisch und Blut, mit Gefühlen und Emotionen, die vielleicht ebenso auf eine Art innere Erfüllung durch eine sinnvolle, respektvolle Arbeit abzielen, wie sich auch der Arbeitgeber den Erfolg seines mit viel Herzblut aufgebauten Unternehmens wünscht?
 
G

Gast

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

erstmal danke für euere tipps, die anteilnahme und die beteiligung:)

habe eueren ratschlägen schon etwas vorgegriffen und heute die kündigung eingereicht. da ich 6 monate probezeit habe, bin ich freitag nachmittag um 15 uhr raus aus dem laden!!

die kamerasache war übrigens nur die spitze des eisbergs.
dazu kamen ständige anrufe (auch an arbeitsfreien tagen) bei kleinsten kleinigkeiten (zb wenn ich in der spätschicht vergessen habe in den umkleiden die heizung runter zu drehen). weiters beziehe ich ein festes gehalt. bei 52std. wochenarbeitszeit nicht grade von vorteil.

dazu kommt, dass ich seit september dort arbeite aber immer noch nicht angemeldet bin (angeblich wartet der chef auf seine steuernummer).
..deswegen habe ich noch keine einzige lohnabrechnung gesehen und immer nur abschlagszahlungen erhalten.
mein bereits im dezember eingereichter mitte-februar-urlaub wurde auch gestrichen (wegen der entlassung der kollegin).
dazu kommt der stress ein 1100 m²-studio alleine zu managen.
konkret: ich hatte alleine dienst von 6-15 uhr, danach kam der studioleiter (der einzige grund warum ich solange durchgehalten habe) und arbeitete bis 24 uhr. samstag und sonntag jeweils sechs stunden pro person im wechsel. wenn ich dann mal frei hatte musste eine vertretung aus einem anderen studio kommen (90 minuten über die autobahn)....

ich habe also gleichzeitig neukunden bedient (vertragsabschlüsse mit beratungsgespräch), probetrainings gehalten, mitglieder betreut, mit trainingsplänen versorgt.
nebenher noch den verkauf an der theke, die geräte gereinigt, den boden gesaugt und den parkplatz gekehrt....
dazu kamen rundgänge um die checklisten abzuarbeiten, regelmässig die duschen abziehen, die solarien reinigen und sämtliche papierspender nachzufüllen.
nebenher natürlich noch kleinere bürosachen und das verwalten der kunden in der edv.

außerdem war ich dazu angehalten jeden kleinsten fehler des studioleiters nach oben weiter zu geben. er hatte übrigens den selben auftrag...


könnte ewig so weiterschreiben....




naja, scheiß drauf!!! eisi's post trifft's wohl am besten:


@taurus

Vor allem musst du mal in dich gehen und dich fragen..."...kommt mir das mit der Kamera recht bzw.gelegen, weil mir der Job zwar Spaß macht, so grundsätzlich,
aber der Zeitaufwand und die Schichten mich richtig abfucken und man ja auch nicht soviel Kohle bekommt..."??

@ omaus

habe sowieso keinen leistungsanspruch beim amt. zuviel arbeit in grauzonen und vorm trainerjob war ich selbstständig.
 

Eisenfresser

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Richtige Entscheidung, DENN siehe meine Signatur und ein Gutes hat das Ganze, du kannst wieder hochvolumig traineren!!!
 
G

Gast

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Richtige Entscheidung, DENN siehe meine Signatur und ein Gutes hat das Ganze, du kannst wieder hochvolumig traineren!!!

habe eigentlich nach meiner signatur gehandelt:scool:

...mit training wird's erstmal so weitergehen. muss ja jetzt wieder körperlich arbeiten. mal sehen wo ich lande...
 

omaus

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

@ omaus

habe sowieso keinen leistungsanspruch beim amt. zuviel arbeit in grauzonen und vorm trainerjob war ich selbstständig.

Alles klar. War nur so ein beruflich bedingter Gedanke ;-)
 

doschi

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AW: videoüberwachung am arbeitsplatz

Ja, Schade... Hat sich ja erstmal nach Job in die richtige Richtung angehört. Hoffe für Dich, daß sich mal in die Richtung wieder was aufbauen lässt.

Ansonsten hört es sich nach Deiner Schilderung nach einer richtigen Entscheidung an. Es ist zwar nicht zu erwarten, daß Dein Arbeitgeber aus Deiner Entscheidung was lernt oder ins Nachdenken kommt. Man muss sich nicht alles gefallen lassen.... (was manchmal einfacher gesagt wie getan ist)
 
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