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breit, breiter - das passende Latworkout

de-fortis

Team Sportmedizin
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breit, breiter - das passender Latworkout 25.09.2011

Der Latissimus unsere Schlampe für jegliche Pullbewegungen bekommt hier und da zu wenig Aufmerksamkeit. Nicht weil die Übungsauswahl unüberlegt getroffen wurde oder er zu selten trainiert wird, Hauptproblem ist das fehlende Verständnis für seine Funktion, sein halbherziger Einsatz und ein mangelhaftes Bewegungsgeschick (nennen wir es Koordination). Diese Faktoren mindern die Gesamteffektivität der Rückeneinheit deutlich, der Lat ist nur in bestimmten Teilen der ROM wirklich beteiligt und wird nie vollständig ermüdet, da seine zahlreichen Synergisten wie die Mid-Traps und Armbeuger vorher den Löffel abgeben.

Eine Vorabaktivierung (- nicht Ermüdung) bietet sich wie bei der Brust auch für den Lat vor einer Pull-TE, aber vor allem vor Klimmzügen an. Bandpulldowns oder der Latzug mit halber ROM sind ideal geeignet. Der Latzug hat hier eine spezielle Aufgabe = > die Forcierung der Latarbeit an 2 kritischen Punkten:

- vom Beginn der Bewegung bis die Ellenbogen auf Ohrenhöhe liegen
- von der Hälfte bis nach unten zur Brust

Am Startpunkt wird oft zu viel mit den Armen gearbeitet, ein paar reps mit mittlerem Gewicht am Latzug von der oberen Position bis zur Hälfte können das kompensieren. Hierbei liegt der Fokus auf dem Gedanken die Ellenbogen nach "unten" zu ziehen, die Beugung im Oberarm interessiert mental nicht und gestartet wird grundsätzlich mit leichter gebeugtem Oberarm, weniger Armeinsatz generiere ich bei einem etwas weiteren Griff. Ähnlich verfahre ich beim Zug von "Halbmast" bis zur Brust, im unteren Bereich Wertlegung auf einen vermehrten Druck der Oberarme an den Lat mit voller Kontraktion.

Ist der Lat vorbereitet hört das weitere Verständnis meist auf, oft erwähne ich es schon am Rande: es ist kein Performancemuskel, will heissen dass extreme Lasten, wenig reps und lange Pausen fehl am Platz sind. Anders als die meisten Vertreter der Streckerkette (Push) braucht es hier Volumen, eine hohe Reizdichte und das passende Maß an Ermüdung um was im Rückenbereich zu reissen. Habe ich das begriffen und kann den Lat passend einsetzen benötigt es noch die passenden Werkzeuge - unsere Übungen:

Die Funktionen sollte klar sein, der Lat fungiert als rückführer des Armes (an und hinter den Torso), hat eine gewisse Funktion beim seitlichen heranführen des Armes an den Körper = > Adduktion und dient des weiteren als Innenrotator des Armes.

Sinnvoll ist es immer einen Muskel mit möglichst vielen Funktionen auch aus vers. Ebenen abzudecken, ist hier nicht sonderlich schwer:

- Klimmzüge
- vorg. Rudern (Lh, Kh)
- Kabelzugrudern sitzend

(wobei letztere beiden sich nur unwesentlich unterscheiden, eine Kombination als freier Hantel und Kabelwiderstand bringt jedoch den gewissen Anspruch mit rein - was ein geiles Argument ;D)

Diese 3 Vertreter und ihre Ableger sind so das klassische Repertoire, hinzunehmen könnte man jetzt noch die BW-Rows (horizontales Rudern) und das was mir im Moment nicht einfällt. Ergänzungen, gerade im Bezug auf Ermüdung und Volumen wären so kleine neckische Spielereien wie Straight-Arm Rows, Kayak-Row, allg. Pulldowns am Kabel mit gestreckten Armen und exotische Blut-in-den-Muskel bringer wie Motorcycle-Rows. Solche Übungen tragen nur unwesentlich zur Kraftsteigerung bei, deren Ziel ist es auch nur für die passende Ermüdung zu sorgen. Ein Satz Klimms gefolgt von Motorcycle Rows mehrmals wiederholt, schafft bereits ein adäquates Maß an Ermüdung im Lat in kürzester Zeit. Nun noch 4,5 Sätze Kabelzugrudern im Parallelgriff im Dropsatz-Format und ihr wisst was ich mit Volumen und Ermüdung meine - Ziel ist die stetitige Erhöhung der mech. Last bei moderater Belastung des Nervensystems um das Spiel "progressiv mehr Arbeit" auch langfristig zu ermöglichen.

Zu Beginn jedoch wie immer nicht schon Potential verschiessen und so starten wie ich das zuletzt beschrieb. Schritt für Schritt Pausen kürzen, Sätze hinzufügen, mit 1,2 RPT-Reps arbeiten, Verbundsätze und aktive Pausen generieren, Übungen variieren und alternieren sowie das Gewicht an den Trainingsstand anpassen. Eines bleibt immer zu beachten: Nachermüdung zahlt sich aus, Vorermüdung nur in den seltensten Fällen.

[YOUTUBE]LaaVZ7u0x2Y[/YOUTUBE]
[YOUTUBE]K1Sb5mbuRdw[/YOUTUBE]
 
A

ASC

Guest
AW: breit, breiter - das passende Latworkout

ist der straight arm row eigentlich nicht einfach ne einseitige Form des Überzugs (denn ich bisher für recht ineffektiv gehalten habe, und mir tendenziell eher auf den Trizeps geht als Rücken) ?
 

de-fortis

Team Sportmedizin
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AW: breit, breiter - das passende Latworkout

Beim Überzug bringst du das Gewicht in der entgegengestzten Ebene vor die Brust, straight arm rows bedienen sich der isolierten Rückführung des Armes an und ein Stück hinter den Körper. Sofern du hier den Ellenbogen gestreckt hälst, arbeitet der Trizeps nur geringfügig statisch mit, das rückführen des Arms übernehmen primär Lat und seine "Helfer".

Der Pullover per se bietet mehr Trizepsbeteiligung bei im Verhältnis gesehen weniger Lataktivität bezogen auf die Gesamtlänge der ROM.
 

Wursti

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AW: breit, breiter - das passende Latworkout

Ich habe wenigsten bezüglich der Kraft ganz andere Erfahrungen gemacht, was den Lat angeht. Wenn man da nicht mit wirklich hohen Lasten arbeitet, dauert es super lange, bis da wirklich was kommt. Es mag vielleicht auch psychisch sein, dass man sich erstmal daran gewöhnen muss mehr als 2 Scheiben dranzuhängen.
Deswegen frage ich mich, ob sich das Erfahrungswissen hier vor allem auf den HT-Kram bezieht. Über die kann ich mich aber auch nicht beklagen.
 
G

Gast

Guest
AW: breit, breiter - das passende Latworkout

Ich habe wenigsten bezüglich der Kraft ganz andere Erfahrungen gemacht, was den Lat angeht. Wenn man da nicht mit wirklich hohen Lasten arbeitet, dauert es super lange, bis da wirklich was kommt.

geht mir genauso.

sehr schweres klimmen + schweres bankrudern + snatches für die (kraft-)ausdauerkomponente sind für mich der optimale weg:)
 

de-fortis

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AW: breit, breiter - das passende Latworkout

Bezüglich der Kraft kommst du nicht drum rum draufzulegen, da verhält es sich wie mit jedem anderen Muskel auch. Wie Eingangs erwähnt schlage ich keine Brücke und gehe keinen Kompromiss ein, für mehr "Latgefühl" und eine bessere Optik bietet sich das hohe Volumen und die derbe Ermüdung schon allein aus dem Grund der Aufgabe und Faserzusammensetzung an. Der posterior chain brauch weder Sprint, noch Stoß noch Blockcharakter. Erector, Lat und Traps sind im Alltag Trage-Stütz- und Haltemuskeln im Gegensatz zur Performancegruppe der Strecker.

"Viele Wege führen nach ROM" würde jetzt völligst meine Meinung und Argumentation des Spills untergraben, für dich Wursti ist das Vorgehen hohes Volumen, mittelschwere Last bei hoher Reizdichte und kurzen Pausen eher weniger geeignet (nicht nur weil du auch so recht gut hypertrophierst). Desweiteren "sitzt" auch deine uscle-Mindconnection und ich gehe davon aus das du Lat und co. richtig einzusetzen weißt. Dogmen wie volle ROM, schwere GÜs und konservative Methoden allein zaubern jedoch dem Durchschnittsathleten keinen breiten "Back". Ich musste vor wenigen Jahren schon feststellen das der Effekt vom Bankrudern sich signifikant potentiert wenn man mal 5-10% Gewicht reduziert und sich völligst auf Ellenbogen (hinteren Oberarm) konzentriert, damit zieht, die Pausen aufs geringste minimiert und Sätze bis zum geht nicht mehr schrubbt. Aber die Diskussion ist nach wie vor interessant [img17]


@taurus: dem will ich nicht wiedersprechen ohne betonen zu müssen das es zumindest in diesem Spill nicht um die Kraftkomponente ansich geht.
 
G

Gast

Guest
AW: breit, breiter - das passende Latworkout

@taurus: dem will ich nicht wiedersprechen ohne betonen zu müssen das es zumindest in diesem Spill nicht um die Kraftkomponente ansich geht.

weiß ich doch;)
denke, durch mein kb-train ergänzt, habe ich die beste mischung gefunden.:ssmile:
 
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