Sorry, Leute...denkfehler bei euch...
Ich hab da bei IS mal was drueber geschrieben, ich versuchs mal hier rueber zu kopieren...
Und zwar aus diesem Thread:
http://www.ironsport.de/forum/viewtopic.php4?t=31817
Dieser Post...
nope, viel zu schlicht betrachtet...ich versuchs mal mit ner Paint-Zeichnung von mir zu erklaeren, sie wird zwar nicht sonderlich gut, sollte aber reichen, um zu verdeutlichen, was ich meine...Also...die
gruenen Striche bezeichnen den typischen Verlauf der "groesseren Muskeln", die den ueberwiegenden Teil des Erector Spinae ausmachen, kann aber auch, zur schematischen Darstellung und zum Verstaendnis weiter aussen angesetzt werden, um z.B. den Mm. obliquus interni et externi zu betrachten, die auch die Wirbelsaeule stabilisieren koennen...die
roten Striche stellen schematisch die kleinen, der Wirbelsaeule sehr nahen Muskeln da, wie die Mm. multifidii.
Wichtig hierbei, warum ich auch das Bild genommen habe, ist, dass man sieht, dass die
gruenen Muskeln wie auch die
roten Muskeln die Wirbelsaeule stabilsieren koennen....Aufgrund des beidseitigen Zuges von oben nach unten, wodurch die einzelnen Segmente aufeinander gepresst werden..Wobei die
gruenen deutlich leichter zu trainieren sind, da sie deutlich groesser sind UND an Bewegung mehr beteiligt sind, da ihr Hebelarm auf die Wirbelsaeule laenger ist.
D.h. die
gruenen bewirken bei Kontraktion eine staerkere Bewegung der Wirbelsaeule, da sie durch den langen Hebelarm und ihrer groesse automatisch mehr Bewegung erzeugen.
Die
roten Muskeln wiederum haben einen deutlich kuerzeren Hebelarm, d.h. eine aktivierung dieser bewirkt deutlich weniger Bewegung der Wirbelsaeule, aber, wenn sie beidseitig kontrahieren, eine deutlich staerkere Stabilisierung, da sie naeher am Drehpunkt liegen. Aber sie sind, aufgrund der geringen Bewegungs-Beteiligung und ihrer groesse deutlich schwerer zu trainieren!
So...das als Vorab-ueberlegung und hoffentlich nachvollziehbar.
D.h. WENN jemand eine segmentale Instabilitaet hat, ein Wirbelkoerper also zum verrutschen neigt, dann ist dieses v.a. von einer Schwaeche der
roten Muskulatur verursacht, was aber oft erstmal keine Probleme/Blockierungen verursacht, da die
gruenen Muskeln dies bis zu einem gewissen Grade kompensieren koennen.
Aber, wie man sich vl. inzw. denken kann, halt nur bedingt und auch nicht sehr lange; teilweise eher im Gegenteil, denn wenn die
gruenen Muskeln erstmal die Stabilisation uebernehmen, so neigen die
roten Muskeln langfristig zum abschwaechen, da ihre Aufgabe uebernommen wird.
Da die
gruenen Muskeln aber v.a. fuer Bewegung verantwortlich sind und alle Uebungen, die "Otto-Normal-Trainierer" bekannt sind, ueber eine Bewegung ablaufen, werden diese durch gaengiges Rueckentraining (auch Rueckenschulen!!) angesprochen, aber
nicht die roten, teilweise eher im Gegenteil, da diese weiterhin nicht adaequat beansprucht werden verlieren sie immer mehr an Kraft und auch an Innervationsfaehigkeit!
Auf gut Deutsch: Sie verkuemmern weiter!
So...war bisher nen harter Brocken, ich hoffe, er ist soweit verstanden worden...Wenn ja, dann weiterlesen, ansonsten fragen oder nochmal lesen, denn ohne diese Basis hat meine weitere Erlaeuterung keinen Sinn.
Die segmentale Stabilisation, die im uebrigen nur von einem geschulten Physiotherapeut adaequat angewendet werden kann, da man dazu a) das explizite Wissen (mein Schema ist vereinfacht) und das entsprechende Gefuehl und Techniken braucht, zielt NUR auf die
roten Muskeln ab...Und zwar auf die Schulung der innervation und kraeftigung selbiger.
Sie erfolgt im Prinzip so, dass der Patient auf dem Bauch liegt (bei BWS und LWS, bei HWS auf dem Ruecken) und der Therapeut den Wirbelkoerper leicht verschiebt (kaum spuerbar) und der Patient diesen zurueckschieben muss; die Bewegung ist, v.a. am Anfang, kaum spuerbar, bzw. erscheint surreal/nicht spuerbar, es liegt an der Qualitaet des Therapeuten dies denoch zu vermitteln und zu schaffen. Das verschieben betraegt nur 1-2mm und je schwaecher die
roten Muskeln sind, umso schwerer faellt es dem Patienten das "rueckfuehren" zu absolvieren, bzw. die Bewegung ueberhaupt wahrzunehmen.
Es liegt am Therapeuten mit dem Patienten umfassend zu ueben, den Einsatz der
gruenen Muskeln zu meiden, da diese v.a. mit diesen versuchen werden den Wirbelkoerper zurueckzufuehren, und die Bewegung mit den
roten Muskeln auszufuehren, da es deren Aufgabe ist die Wirbelsaeule zu stabilisieren.
Auf gut Deutsch: Keine Uebung, egal ob Kreuzheben etcblabla bringt auch nur annaehernd was zur wirklichen Stabilisation der Wirbelsaeule, die steigern hingegen das Risiko auf eine Kompensation, da diese Bewegung von
gruenen Muskeln ausfuehren lassen, was auch so sein soll, da die
roten Muskeln fuer so eine Aufgabe gaenzlich ungeeignet sind.
Wenn noch fragen sind, mich einfach fragen...aber ich denke, man kann ganz gut verstehen, worum es geht und auch warum man dies nicht durch Kraeftigung der "oberflaechlichen Muskeln" kompensieren kann.
P.S.: Mein Respekt an den Arzt, so wie es klingt gehoert er damit zu den 5%, die mal nachdenken...